Das Surströmming-Debakel
Hej ihr Lieben,
ich muss euch jetzt von den letzten Tagen erzählen. Am Samstag, nachdem wir in Boda Borg waren, habe ich mir abends gedacht: Hm, ich brauche einen Pony. Zack, sitze ich mit einer Schere in der Hand vor einem Minispiegel. Gottseidank gibt es Rieke und nun sieht der Pony echt ganz chic aus. Hihi.
Am Sonntag hatten wir dann normal um 9 Uhr lektioner i svenska.Zum Lunch haben sich Laura und Ines ein leckeres Hähnchen geholt und wir anderen Brötchen und haben im Park gegessen. Sehr schön, in der Sonne. Und abends waren wir tittar pa bio. That means watching in the cinema. Wir haben einen Film geschaut, der 10 Jahre alt ist, names Tillsammans (= zusammen), wie kann es auch anders sein, denn das Motto dieses Sprachkurses ist Tillsammans. Der Film war komplett auf Schwedisch mit schwedischen Untertiteln. Am Anfang war das ziemlich schwer zu verstehen, aber dann ging es wirklich. Dazu gab es Popcorn und wir haben uns alle drauf gefreut bis wir bemerkt haben, dass es salziges Popcorn war. Bäh!
Am Montag hatten wir keine lektioner, da wir eine tolle Gruppenaufgabe bekommen haben. Man wurde in 5er Gruppen eingeteilt. Ich war mit der Französin Hélène, dem Deutschen Mathias aus Osna, dem Iren Jason und der Deutschen Lisa in einer Gruppe. Mein Englisch wird immer besser. Naja, auf jeden Fall war es unsere Aufgabe, mit Leuten aus Schweden Umfragen zu machen, ob sie Surströmming mögen. Surströmming ist verrotteter (Ja, wirklich widerlich!!) Fisch, der in Konserven gelagert wird und zum Surströmmingfest (heute) gegessen wird. Zu den Ergebnissen mussten wir dann eine Präsentation gestalten, die NICHT langweilig sein durfte. Also haben wir uns überlegt, ein Lied zu verändern, das wir hier immer singen (müssen). Es heißt Vem vet. Könnt ihr ja mal googlen. Hihi.
Am Abend haben wir uns dann überlegt, uns ein leckeres Abendessen zu kochen: Nudeln mit Tomatensoße und Köttbullar (was übrigens hier Chöttbülla ausgesprochen wird) überbacken mit Käse. Seeeehr lecker, obwohl die Nudeln noch ein wenig hart waren. Aber wie Ines immer sagt: Ein gutes Schwein frisst alles. Danach haben wir uns dann ein/zwei/drei… Rosé-Weine gemischt mit Rapsberryjuice gegönnt. Very tasty. Das wird unser Lieblingsgetränk hier. Und dazu die Musik von Marija, einer Litauerin. Perfect. Dann haben wir eine kleine Party in der Küche veranstaltet. Man merkt, dass man immer besser englisch spricht, wenn man ein wenig Alkohol intus hat. Vor allem mit dem Belgier Thomas kann man sein Englisch gut verbessen, weil man bei ihm jedes Wort verstehen kann.
Am Dienstag sollten wir um 10 Uhr bei der Uni sein, denn es war Zeit, unsere kreativen Präsentationen zu präsentieren, hihi. Die anderen Gruppen hatten Videos gedreht, Lieder geschrieben oder ein Theaterstück vorgeführt. Alles war ziemlich witzig. Doch dann kam der schreckliche Teil: Surströmmingundersökning. Was so viel heißt wie: Surströmminguntersuchung. Wir sollten diesen vergammelten alten Fisch auch noch probieren!!! Wer denkt sich denn sowas aus?! Naja, erstmal wurden wir wieder in Gruppen aufgeteilt, um die Vorbereitungen zu treffen. Tisch decken, Zwiebel schälen, usw. Denn man isst Surströmming in einer Art Wrap mit Kartoffelscheiben, Tomaten, wahlweise Paprika, Käse, Zwiebeln und dazu Bier oder Schnaps. Hört sich schon vorher ekelig an, aber was dann kam, hat alles übertroffen, was ich jemals in meinem Leben gerochen bzw. gegessen habe. Unser Leiter Hans hat die Dose geöffnet, denn wenn man die falsch aufmacht, explodiert das Ding und der vergammelte Fisch landet ÜBERALL. Der Gestank ist bestialisch. So etwas Widerliches habt ihr noch nie gerochen, glaubt mir. Dann hat er eine Portion für sich gemacht, um uns zu präsentieren, wie das funktioniert. Man muss den Fisch auch noch ausnehmen. Und die Gedärme sind das Beste. Ibah. Hans hat genüsslich da gesessen und sich einen Keks über den Fisch gefreut und alle anderen standen mit offenen Mündern da. Danach waren wir alle an der Reihe. Ines und ich wollten uns einen Fisch teilen, denn man muss ja mal probieren, um sagen zu können, wie es schmeckt, nicht wahr?! Also rein damit. Gut, dass ich auch noch ein großes Stück genommen habe. Das war noch schlimmer als der Geruch. Ich hätte wirklich beinahe gebrochen. Das war sowas von widerlich, eklig und abartig. Bahbahbah!. Und man bekam den Geschmack einfach nicht mehr aus dem Mund; kein Wunder, dass man dazu Bier trinken soll. Mir war und ist auch noch so schlecht davon. Eigentlich soll der leicht verdaulich sein, aber das kann gar nicht sein. Wir bekommen aber nun auch eine Urkunde, dass wir das probiert haben.
Nach dem Essen gab es noch Unterhaltung von Ines‘ Gruppe, wie Spielen, Breakdancing und Pantomime. Spannend. ^^ War echt witzig. Habe auch viele Fotos gemacht in den letzten Tagen und versuche, die bald online zu stellen. Vor allem die von der Fisch-Aktion. Heute Abend wollen wir vielleicht noch an den Strand und ein Picknick machen, falls es nicht zu kalt ist und wir nicht alle über der Kloschüssel hängen, because of surströmming. Mal sehen. ^^ Achja: Am Sonntag schreiben wir eine Klausur – nöööt. Da habe ich ja mal keine Lust drauf, hihi. Aber mal sehen, wie es wird. Also die Zusammenfassung: Surströmming ist the worst thing, I’ve ever smelled!!!!
Mädels, schade, dass ihr verloren habt. Ich hoffe, das wird noch besser.
Sooo, genug geplaudert. Ich melde mich wieder.
:-*
Ohh man…von dem Fisch hab ich auch schon gehört…bei Galileo zeigen die sowas ja gerne mal! *hehe* Dann sei mal froh, dass du nicht in ´nem anderen Land gelandet bist…es gibt wirklich noch viiieeel schlimmere Sachen die in einigen Ländern gerne gegessen werden!
Hättest einfach noch Vegetarier sein müssen, dann hättest du ´n Grund gehabt warum du nicht probieren musst! 😉