Südschwedentour oder „We are open-minded“
Hallo ihr Lieben,
am Sonntag Morgen sind wir von unserer Südschwedentour wiedergekommen und es gibt viel zu berichten. Ich werde den Eintrag mal nach den Städten ordnen, die wir „erlebt“ haben. Natürlich müssen darin auch unsere Couchsurfingerfahrungen auftauchen. 🙂 Wir hatten keine Lust, so viel Geld für Hostels auszugeben, also haben wir über Couchsurfing Schlafplätze gefunden. Ein bisschen aufgeregt waren wir deshalb schon, denn einfach so zu fremden Menschen gehen und dort schlafen, ist doch irgendwie ein kleines Risiko. Aber wir haben den Spruch „We are open-minded“ zehn Tage lang zu unserem Lebensmotto gemacht. 😉
Stockholm bei Jonas vom 10. bis 13.12.:
Witzig begann unsere Fahrt schon im ersten Zug nach Stockholm: Rieke hatte einen Platz bei drei Schweden, die sie erstmal 4 Stunden lang ignoriert und Alkohol getrunken haben. Mit dem steigenden Alkoholpegel schien auch deren Extrovertiertheit zu steigen und sie haben Rieke angequatscht und ihr Alkohol angeboten. Der eine sah haargenau so aus wie Prinz William. 😀 Das war sehr witzig, mit denen zu sprechen und Rieke war nachher auch ein wenig angetrunken. Nach 6 Stunden sind wir dann endlich angekommen und zu der Metrostation von Jonas gefahren. Jonas ist ein ganz Lieber und hat uns auch direkt dichtgequatscht, so dass keine peinliche Stille aufkommen konnte. Seine Wohnung war auch sehr nett und wir haben mit ihm noch Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Ines und ich haben auf einer Luftmatratze geschlafen (aua, Rücken und Beine!) und Rieke auf dem Sofa.
Samstag waren wir dann nach einem Frühstück bei Jonas in der Stadt und haben uns das Vasa-Museum angeschaut. Das war ganz interessant, aber reichte dann auch an Museen. 😉 Danach haben wir die Altstadt erkundet und sind über den Weihnachtsmarkt gelaufen. Was natürlich nicht fehlen durfte, war das Königsschloss. Sehr schön, aber keine Monarchen in Sicht. 😛 Um den Tag perfekt zu machen, waren wir natürlich noch in der Innenstadt und haben ein bisschen geshoppt.
Schock:
Auf einmal habe ich ein Knallen gehört und meinte noch so zu Rieke und Ines: „Habt ihr das gehört?“ Kaum kommen wir aus dem Geschäft, sehen wir ein brennendes Auto und auf einmal ist alles voll mit Polizei und Feuerwehr. Keiner wusste, was überhaupt los ist und alle Schweden standen um das Auto und haben Fotos geschossen. Rieke hat sich dann gedacht, „Hm, ich will auch eins!“ 😀 Hätten wir vorher gewusst, was da eben geschehen ist, hätten wir bestimmt nicht so lange da gestanden und geschaut. Im Nachhinein haben wir dann erfahren, dass ein Selbstmordattentäter 200 Meter neben uns eine Autobombe und dann sich selbst in die Luft gejagt hat. Er hatte sieben Gürtel an seinem Körper und wären alle explodiert, wären im Umkreis Hunderte gestorben. Da sag ich mal: Glück gehabt!
Sonntag Morgen hat uns Jonas einen coolen Geheimtip gezeigt. Ein kleines Café im Stadtteil Mariatorget. Der Besitzer heißt Toni und ist ein super lieber Mann. Er macht Pralinen selbst und geht in seinem kleinen Café glaube ich total auf. 🙂 Nach einem leckren Frühstück und gratis Pralinen hat Jonas uns noch eine geniale Aussicht auf die Stadt gezeigt und danach sind wir nochmals in die City. Abends haben wir mit Jonas gekocht und uns über Musik unterhalten. Er kannte Lena nichtmal und da mussten wir ihm das natürlich zeigen. 😉
Stockholm war sehr schön und aufregend. Jonas war super nett und hat uns die Angst vorm Couchsurfing schonmal genommen.
Malmö bei Jennie und Rebecca vom 13. bis 14.12.:
We are open-minded! Diesen Satz haben wir uns bei der Ankunft in Jennies Wohnung wohl innerlich alle vorgesagt. Jennie ist eine kleine zierliche Frau, die sehr nett ist und uns abgeholt hatte. Leider war uns ihre Lebensgefährtin Rebecca zunächst ziiiiemlich unsympatisch. Deshalb sind wir erstmal in die Stadt und wollten nicht so früh wieder zurück. Aber wir haben unsere Meinung um 180° geändert, als wir in die Wohnung kamen. Die beiden hatten alles aufgeräumt, gekocht und den Tisch super süß gedeckt. Nach einem leckeren Essen haben wir gequatscht. Rebecca meinte dann, ob wir nicht zusammen einen DVD schauen wollen. Wir saßen dann auf dem Sofa und sie hat uns einen Bananasplit gemacht (mega lecker :)). Ein cooler Abend!
Am nächsten Tag haben wir uns das irgendwie kleine Malmö angeschaut: den Hafen, den Tower und die Innenstadt. Witzig war, dass in Malmö kein Schnee lag. Wir waren ganz verwirrt, weil man sich so sehr an den Schnee in Östersund gewöhnt hatte. 😉
Malmö war auch sehr schön, obwohl ich mir irgendwie mehr davon versprochen hatte.
Göteborg bei Nicolas vom 14. bis 17.12.:
Göteborg war für mich irgendwie das Highlight der Fahrt. Nicolas war super nett und offen und hatte so ein Vertrauen zu uns, dass er uns auchmal eine Nacht ganz alleine in seiner Wohnung ließ, uns selbstgemachte Pralinen probieren ließ und wir alles benutzen durften, was wir wollten. Zudem haben Ines und ich in einem geilen Bett geschlafen. Am Mittwoch waren wir dann zuerst im Stadtpark, weil dort Tiere zu sehen sein sollen. Leider waren kaum noch Tiere außer ein paar Enten, gelangweilten Elchen und Bambis zu sehen. Nachmittags haben wir uns dann in die Innenstadt begeben und das Kriterium „Shoppingmöglichkeiten“ auskundschaftet. Leider ist dieses „auskundschaften“ etwas ausgeartet und wir haben wieder ein wenig übertrieben. Aber es sind unsere Ferien gewesen und wir wollen doch auch ein paar schöne seltene Sachen mit nach Hause bringen. 😉 Am Donnerstag haben wir uns bei arschglatten Straßen die Altstadt angeschaut. Rieke und ich haben uns dabei vor allen Leuten erstmal auf die Nase gelegt. 😛 Abends kam Martin dann dazu und wir haben mit Nicolas gegessen. Leider habe ich abends extrem Zahnschmerzen gehabt und kaum geschlafen – puls! Freitag waren wir dann noch im Universeum – ein Museumerlebniscenter sag ich mal, bei dem man neben Urwaldtieren und tödlichen Schlangen auch selber erfinderisch tätig werden kann (Ines hat das Reiten geübt). 🙂 Irgendwie kam es uns nach einer gewissen Zeit doch eher wie ein Platz für Schulklassen und Kinder vor – war aber dennoch ganz nett.
Nicolas war bisher der beste Couchsurfinghost und wir haben uns bei ihm total wohl gefühlt!
Oslo bei Vidar vom 17. bis 18.12.:
Auf dem Weg nach Oslo hat unser Zug erstmal einen Elch getroffen und wir mussten mitten in der Pampa eine Stunde warten. 🙂 Vidar hat uns vom Bahnhof abgeholt und uns ein bisschen rumgeführt. Der Weg zu seiner Wohnung war bei DEM Schnee und mit unserem Gepäck jetzt irgendwie kein Highlight und wir waren ganz schön groggy als wir endlich ankamen. Das Schlafen in seiner Wohnung war auch kein Hit und alle sind morgens ein bisschen knatschig aufgewacht. Vidar war auch nicht unbedingt der coolste mit seinen 50 Jahren und Themen hatte man mit ihm auch irgendwie nicht. Aber er hat uns dann noch die neue Oper und die Innenstadt gezeigt und das war okay. Nachmittags sind Rieke und ich ja schon zum Zug und Ines und Martin haben noch eine Nacht im Hostel geschlafen.
Die Fahrt nach Hause war für mich die pure Qual, weil ich unglaubliche Schmerzen hatte. Mit dem Nachtzug ging es dann aber relativ schnell nach Östersund und morgens um 06.15 Uhr sind wir dann auch angekommen. Im Taxi fällt Rieke auf einmal auf, dass ihr Portemonnaie weg ist. Oh nein. Nicht das auch noch! (Aber es ist wieder aufgetaucht, Ines und Martin haben es beim Mcces in Oslo gefunden – Glück gehabt!).
Gestern war ich dann beim Zahnarzt und der hat mich behandelt. Jetzt laufe ich rum wie ein Hamster und darf Penicillin gegen die Schwellungen nehmen. Puls – aber zumindest gehen die Schmerzen jetzt so langsam weg und ich kann mich auch auf den Alkohol Weihnachten und Silvester freuen (er hats mir erlaubt 😉 ).
Seit gestern ist auch Christina nach langer Anreise angekommen und wir sind nun 6 Leute. 🙂 Freitag wird schön zusammen Heiligabend mit einem Buffet und Wichteln gefeiert (und Feuerzangenbowle). 🙂 Ich bin schon sehr gespannt, wie das wird.
Ihr Lieben, in 13 Tagen bin ich wieder bei euch! 🙂
:-*
Huhu mausi 🙂
man das klingt gut…da habt ihr ne Menge erlebt…und war bestimmt mega aufregend, einfach bei wild fremden Menschen zu klingeln und dort zu pennen.
Aber voll krass, dass der Attentäter sich ganz bei euch in der Nähe in die Luft gesprengt hat.
Ich habe davon im TV gehört. Gott sei Dank ist euch nichts passiert!!!!!!!!!
*kusssi :*