Trip to Åkersjön 28./29.11.
Hej hej!
Jetzt gibt es endlich wieder etwas Spannendes zu berichten: Von unserem Trip nach Åkersjön.
Nach der ersten Abschiedsparty am Freitag von vier Deutschen war es dieses Wochenende Zeit für einen kleinen, aber feinen Tapetenwechsel. Das International Commitee der Mid Sweden University hatte dafür drei Fahrten zur Wahl gestellt und Åkersjön wurde ausgewählt. 🙂
Am Sonntag um 08.00 Uhr morgens haben sich die Camping-Leute an der Tankstelle zusammengefunden und wurden mit einem Bus abgeholt. Es kam mir vor wie eine Klassenfahrt. ^^ Ines und ich haben uns erstmal den Fünfersitz in der letzten Reihe gesichert und es uns schön gemütlich gemacht für die Fahrt ins eineinhalb Stunden entfernte Åkersjön. Schon die Busanzeige hat uns verraten: Dieser Trip wird arschkalt. Das Thermometer ging immer weiter ins Minus und blieb bei -25° stehen. Brrrrr…
Angekommen waren erstmal alle erstaunt von dem wunderschönen Ausblick auf einen See und die Sonne, die atemberaubend schön am Himmel zu sehen war. Die Schneelandschaft sah einfach grandios aus und so war auch der erste Kälteschock schnell überwunden. Nach einer kurzen Einführung in den Tagesablauf ging es schnell in die warmen Klamotten, um vorm Lunch schnell noch ein bisschen Schlitten zu fahren. Anbeigemerkt: Wirklich ausnahmslos ALLE hatten Skihosen und Jacken an, nur Rieke, Ines und ich mussten uns mit gefühlten 20 Schichten Leggings, Strumpfhosen, Jeans und Stulpen einmummeln. Die Kälte stieg einem auch schnell durch den ganzen Körper, vor allem die Füße waren Eisklumpen. Nachdem wir dann auch noch ein zwei Stürze nach der Abfahrt hatten, war ich komplett nass und eingefroren. 😉
Um 11 Uhr gab es dann Mittagessen: Pilzsuppe, Salat und Kaffeeee. Das tat richtig gut und man war gestärkt für die Schlittenhundefahrt um 12.30 Uhr. 🙂
Dazu sind wir unten zum See gegangen und haben die Hunde schon jaulen gehört. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein Lärm war. Als hätten die Kleinen seit 5 Tagen nichts zu essen bekommen. Aber wie ein schlauer Mensch weiß, sind Huskies eben so: Bewegung ist deren Lebensaufgabe und die können es gar nicht abwarten, durch den Schnee zu laufen und sich auszutoben. Ines und ich haben den tollsten und schönsten Hund entdeckt, dunkel mit hellblauen Augen. Genannt haben wir in Pierre. 🙂
Nach einer Fotosession ging es dann auch los: Ines und ich saßen zusammen in einem Wagen und Micha war unser Lenker. Leider haben wir einen sehr hässlichen und ungewöhnlich Hund an unseren Schlitten bekommen: Ein weißer Hund mit zwei unterschiedlich farbigen Augen: rot und blau. Der war auch so aggressiv und heiß aufs Loslaufen, dass er uns etwaaaas Angst gemacht hat. 😀 Dann ging es los. Zuerst haben wir nur eine kurze Fahrt zu einem Lagerfeuer gemacht. Das war richtig cool, vorne in dem Schlitten zu sitzen und die tolle Landschaft zu genießen. Leider war es wirklich sooo kalt, dass ich meine Arme, Hände und Beine (Füße!!) gar nicht mehr gespürt habe und froh war, als ich eeendlich am Feuer stand. Danach durfte jeder mal alleine einen Schlitten lenken und eine kleine Runde drehen. Eigentlich denkt man, dass das total schwierig sein muss, aber die Hunde sind ihrem Herrchen gefolgt, der vorausgefahren ist und so war das Ganze eine tolle Erfahrung und hat trotz der eisigen Kälte super viel Spaß gemacht.
Um wieder aufzutauen, sind wir dann wieder Richtung Hotel und konnten unsere Zimmer beziehen. Ines und ich haben zusammen ein Zimmer gehabt. Fast ausnahmslos hatten alle tolle, moderne Hotelzimmer. Ines, Rieke, Lea und ich hatten Zimmer 21 und 22 und haben uns schon gewundert, warum wir nicht auf einem Flur mit den anderen sind. Unsere Zimmer lagen in einem seeeehr kalten, muffigen Gang, den man in einem Horrorfilm benutzen könnte. Unsere Zimmer glichen eher Jugendherbergszimmer, aber waren dennoch total muckelig und gemütlich und für eine Nacht total in Ordnung. 🙂
Im Gebäude gab es auch eine Sauna, die wir dann auch prompt benutzt haben, um wieder alle Körperteile spüren zu können. Nach 10 Minuten in der Sauna waren meine Füße immernoch kalt. ^^
Nach dem Saunieren gab es eine warme Dusche und ein kurzen Pläuschen am Kamin (soooo gemüüütlich…). Um halb 6 stand das Abendessen an und wir haben nicht schlecht gestaunt: Ein super geniales Buffet mit allem drum und dran, was man sich in Schweden nur wünschen kann. Es gab auch wieder den geilen Kartoffelauflauf, den wir in Härnösand schon einmal gegessen hatten. Der Nachtisch war noch der Oberknüller: Ein ganzer Tisch voll von Schokokuchen, Blaubeerkuchen, Trüffel, Süßigkeiten, Obst und Milchreis. Göttlich. ^^ Und um die Sache perfekt zu machen, saßen wir alle einem langen Tisch, der weihnachtlich und romantisch gedeckt war. Im Raum stand auch schon ein Tannenbaum, super geschmückt und mit dem verschneiten Blick aus dem Fenster ein einziger Hochgenuss. Das Dinner hat dann auch ca. 2 Stunden gedauert, weil es einfach so unglaublich gemütlich war, dort zu sitzen und zu essen.
Abends haben wir dann noch ein bisschen gefeiert und uns unterhalten, getanzt und um halb 4 waren wir dann auch im Bett. 🙂
Heute Morgen gab es dann ein leckeres Frühstücksbuffet mit Weihnachtsmusik. Wieder war die Sonne wunderschön anzusehen und auf der Heimfahrt konnten wir verträumt (oder schlafend) der verschneiten Landschaft entgegenblicken und zu französischen Liedgesängen (Guillaume, Elisa und Fanny haben uns ein paar Ständchen gesungen…) einschlummern.
Alles in allem ein super Ausflug, der wie einer der Organisatoren heute Morgen beim Frühstück meinte „Short but sweet“ war. Und das war er. Eine willkommene Abschwechslung und eine tolle Gelegenheit, mit vielen tollen Menschen zu reden, die man bald für lange (oder länger;-)) nicht mehr wiedersieht.
Es sind jetzt noch 5 Wochen und 35 Tage, bis das Abenteuer Schweden für uns endet. Am Mittwoch beginnt der Biathlon-WorldCup (alle ARD und ZDF schauen, ich bin die mit dem Schild.^^) und am Wochenende ist hier gleichzeitig noch der Jämtli Julmarknad = Weihnachtsmarkt. Nächste Woche heißt es dann, für die Schwedisch Klausur Freitag zu lernen und dann geht auch schon unsere Südschwedentour los.
Bis bald, meine Lieben daheim! :-*
Hier sind die schönsten Bilder: