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Till tandläkaren!

VonÄnna 3. November 201022. Mai 2025

Das folgende Ereignis bedarf eines eigenen ausschweifenden Eintrags:

Montag Abend hatte ich so doll Zahnschmerzen, dass ich gestern zum Zahnarzt gegangen bin. Und das ist hier alles gar nicht so leicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich zudem auch nicht gerade ein Fan des „tandläkare“ bin. Ich war also irgendwie total nervös, vor allem, weil man in einem fremden Land ist, die Ärzte nicht kennt und sein Anliegen nichtmal gut ausdrücken kann. Also habe ich mir einen kleinen Spickzettel geschrieben. 😉

Rieke und Ines sind gottseidank mitgekommen. Dann standen wir mitten in der Innenstadt vor der Tür eines Mehrfamilienhauses. Auf der Wand draußen war alles mit Zahnarztschildern volltapeziert und ich war da schon leicht überfordert, was mich wohl erwartet. Man musste dann einen Code eingeben, um überhaupt in das Gebäude zu kommen. Am Schild stand, dass man sich die ganze Nachricht, die dann kommt, anhören solle. Okay, dann standen wir da und der Apparat hat eine schnelle schwedische Nachricht heruntergebetet. Und rein kamen wir auch nicht. Hmm, komisch. Aber dann machte es doch noch „Klick“ und wir konnten hinein.

Nach einem langen Flur kam dann eine größere Wendeltreppe. Im ersten Stock standen dann an zwei Türen tausend Zahnärzte, nur meine Ärztin nicht. Also nächstes Stockwerk. nach 4 Stockwerken und nurnoch normalen Wohnungen sind wir schon leicht frustriert wieder runter. Ja, die Tollpatsche haben dann den Namen doch im ersten Stockwerk übersehen. 😀

Ich kam da hinein, erstmal seh ich ein Schild „Bitte Schuhe ausziehen!“ und so blaue Übersocken, die man im OP immer trägt. Sehr komisch. Die „Praxis“ war also eine Gemeinschaftspraxis mit quasi tausend Ärzten. Eigentlich bestand sie nur aus einem langen Gang wie bei einer normalen Wohnung. Als ich zu der Frau am Ende des Flures gegangen bin, konnte ich erstmal in alle (!) Behandlungsräume hineinschauen und die Geräusche der Bohrer waren zudem auch nicht gerade angstbefreiend. Naja, die gute Frau hat erstmal nicht verstanden, was ich überhaupt wollte. Nachdem sie dann meine Daten aufgenommen hatte, wurde mir ein Termin für 15.30 Uhr gegeben. Mist, also musste ich noch eine Stunde warten. Ich habe sie dann gefragt, wie die Behandlung hier denn aussieht, weil mir die offenen Räume sehr suspekt vorkamen. Dann hat sie mir erklärt, dass ich zunächst von einer Krankenschwester untersucht werde und wenn die etwas feststellt, kommt die Zahnärztin.

Leicht irritiert und immer noch nicht angstfrei saß ich dann mit meinen Mädels beim McD’s und habe vor mich hinvegetiert.

Um 15.30 Uhr saß ich dann im Wartezimmer (eher ein Wohnzimmer) mit meinen hübschen blauen Übersocken über meinen grünen Stiefeletten und einer Zeitung über die Schönen und Reichen in der Hand. Lesen konnte ich aber nicht so wirklich. Endlich wurde ich dann aufgerufen.

Im Behandlungszimmer war dann die Krankenschwester, die mich erstmal nur fragte, was ich genau habe. Dann kam eine etwas jüngere Krankenschwester und bat uns, den Raum zu wechseln.

Und wohin kam ich dann? Richtig, in den Raum, in den ALLE Leute schauen konnten. -.- Naja, zumindest war die jüngere Schwester sehr sehr nett und hat mich erstmal nach meinem Aufenthalt gefragt. Sie hat wohl gemerkt, dass mir die Situation suspekt war und hat erklärt, was als nächstes kommt. Sie hat in meinen Mund geschaut und ich habe ihr meinen Schmerz erklärt. Leider konnte ich nichtmal genau sagen, woher der Schmerz kommt. Ich hatte nur immer so ein ätzendes Puckern und einen pulsierenden Schmerz an den oberen Zähnen, die Kopfschmerzen ausgelöst haben.

Sie hat dann ein Röntgenbild gemacht. 😀 Was für ein Röntgen. Sie hat mir einen Chip in den Mund gelegt (ich musste nicht mal in einen abgetrennten Raum) und hat ein Bild gemacht, das sofort auf den PC übertragen wurde. Witzig irgendwie.

Dann kam die Ärztin, hat mir über den Arm gestreichelt und sich vorgestellt. Richtig nett. Das nahm mir komplett meine (unbegründete) Angst. Sie hat dann erstmal in den Mund geschaut und dann hat sie mir Fragen gestellt. Wie es mir hier geht, ob ich Stress habe usw. Sie meinte, dass sie nichts finden kann und dachte, dass ich vielleicht psychische Probleme habe und die Schmerzen daher kommen. Dann habe ich ihr gesagt, dass es mir hier super geht und ich wirklich gut drauf bin und alles toll ist. Das hat sie dann auch gemerkt. 😉

Naja, nun hat sie überlegt, was es sein könnte. Vermutet hat sie, dass meine Zähne zu doll beim Essen aufeinanderschlagen und hat einen Zahn geglättet. Da ich keinen Unterschied zu vorher gemerkt habe, muss ich den Zahn nun im Auge behalten. Das Pulsieren ist echt ätzend. Hoffentlich geht das weg. Die Ärztin hat dann noch 5 Minuten mit mir gesprochen über Gott und die Welt (die hatte vielleicht ein witziges Englisch drauf 😉 ). Dann musste ich direkt 350 Kronen bezahlen bei der netten Rezeptionistin, deren Job quasi aus telefonieren und abkassieren besteht.

Also dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass man nicht immer so viel Angst haben muss vor neuen Sachen, aber auch, dass ich die Praxen in Deutschland vermisse. 😉 Die Offenheit ist dann doch etwas too much. So ein Mix aus beidem wäre nicht schlecht.

Naja. Nun weiß ich zumindest, wohin ich gehe, wenn ich wieder Schmerzen bekomme. 🙂

 

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